Wiljo Krechting über die Internationalisierung von Shopware

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Wiljo Krechting im Interview über die Erschließung des internationalen Marktes, Internationalisierung und Zukunftstendenzen von Shopware.

Wiljo Krechting Interview

Wiljo Krechting im Interview über Internationalisierung von Shopware.

ShopDNS Redaktion: Sehr geehrter Herr Krechting, stellen Sie sich kurz vor. Welche Tätigkeit führen Sie bei Shopware aus?

Sehr gern. Mein Name ist Wiljo Krechting und ich bin bei Shopware als Manager Public Relations bzw. Pressesprecher tätig. Das heißt, ich bin sozusagen die Stimme von Shopware in der Außendarstellung, gebe außerdem hin und wieder Präsentationen zu eCommerce-Strategien und freue mich, dass ich Shopware in der Welt vertreten darf.

ShopDNS Redaktion: Als einer der größten Shopsystem-Hersteller hat Shopware in Deutschland bereits Rang und Namen. Ist es an der Zeit, über den deutschen Tellerrand hinauszublicken und den internationalen Markt zu erschließen?

Dass es für uns Zeit wird, über den deutschen Tellerrand zu blicken, haben wir bereits vor einigen Jahren erkannt. So haben wir vor zwei Jahren angefangen, verstärkt und strukturiert das Wachstum ins Vereinigte Königreich und die Niederlande voranzutreiben. Internationales Wachstum ist für uns der nächste logische Schritt zu einer Zeit, in der wir, wie Sie erwähnten, nach einschlägigen Erhebungen mittlerweile der größte Shopsystem-Hersteller in Deutschland sind.

ShopDNS Redaktion: Gibt es bereits Agenturen im Ausland, die Shopware-Projekte umsetzen? 

Ja, wir haben außerhalb der DACH-Region mittlerweile knapp 50 Partner-Agenturen. Die Mehrzahl davon befindet sich im Vereinigten Königreich und den Niederlanden, aber es kommen immer mehr in ganz Europa hinzu.

ShopDNS Redaktion: Präferiert Shopware bestimmte Länder, den europäischen Markt oder denkt man bei Shopware global?   

Neben der Konzentration auf unsere Fokusmärkte denken wir global, was sich auch ganz klar aus unserem Mission Statement ableitet: „Unsere Mission ist es, den digitalen Handel zu revolutionieren und zukunftsweisende eCommerce-Lösungen für unsere weltweite Community zu schaffen.“

ShopDNS Redaktion: Shopware liefert von Haus aus die Sprachbausteine in Deutsch und Englisch aus. Gibt es bereits jetzt eine Möglichkeit, einen Shop in weiteren Sprachen zu gestalten, ohne dabei selbst als Übersetzer tätig zu werden?

Definitiv. Es gibt eine große Auswahl an Sprachpaketen im Shopware Community Store, unserem Marktplatz für Erweiterungen. Von Französisch über Mandarin bis Russisch ist dort alles zu finden. Viele Sprachpakete gibt es auch auf der Plattform Crowdin. Dort kann man sich als Übersetzer auch selbst an Projekten beteiligen, wenn Interesse besteht.

ShopDNS Redaktion: Wie sieht es mit dem Backend aus? Gibt es hier die Möglichkeit der Darstellung in Sprachen neben Englisch und Deutsch? (wenn ja welche – sind andere Spracheversionen in Planung?

Das Shopware-Backend gibt es derzeit im Standard auf Deutsch und auf Englisch. Mit den von Shopware zur Verfügung gestellten Sprachpaketen installiert der Shopbetreiber sich automatisch die jeweilige Sprache fürs Backend.

ShopDNS Redaktion: Gibt es Ansprechpartner seitens Shopware im Ausland? Sollte man als Agentur im Ausland deutsche bzw. englische Sprachkenntnisse haben, um mit Shopware zu arbeiten?

Mit Deepak Anand (General Manager UK) haben wir seit dem vergangenen Jahr einen eigenen Ansprechpartner im Vereinigten Königreich, der auch in London lebt. Nina Völker als Director Sales & Relations International baut darüber hinaus von Deutschland aus den weltweiten Vertrieb strategisch auf. Ansonsten sind wir über die Partneragenturen in den jeweiligen Ländern sehr gut vertreten.
Es ist schon sinnvoll, englische bzw. deutsche Sprachkenntnisse zu haben, da beispielsweise die Dokumentation und sämtliches anderes Infomaterial in diesen beiden Sprachen existiert. Das ist allerdings kein Begrenzungsfaktor, da unserer Erfahrung nach praktisch jeder Entwickler auf dem Globus die englische Sprache beherrscht.

ShopDNS Redaktion: Wie sieht es mit der Konkurrenz am internationalen Markt aus? Kann Shopware mit den internationalen Ansprüchen mithalten?

Derzeit setzen wir viele Shop-Projekte um, die vormals auf anderen großen Plattformen liefen, da die Vorteile von Shopware in vielen Fällen gegenüber der Konkurrenz überwiegen. Ich nenne da die geringe Total Cost of Ownership, die kurze Time to Market oder die enorme Skalierbarkeit. Die kurze Antwort lautet also: ja.

ShopDNS Redaktion: Welche rechtlichen Hürden gilt es zu überwinden, um im Ausland Fuß zu fassen?

Das unterscheidet sich von Land zu Land teilweise enorm. Einfacher ist es bei transnationalen Regelungen wie der DSGVO, da diese EU-weit gültig sind. Komplizierter wird es bei nationalstaatlichen Regelungen, doch in der Regel gibt es auch dafür Plugins, um den Shop für den jeweiligen Rechtsraum zu rüsten.

ShopDNS Redaktion: Shopware ist von einer starken Community abhängig. Bisher ist der Zusammenhalt sehr familiär. Könnte eine Expansion diesem Konzept im Wege stehen? 

Wachstum bedeutet immer Herausforderungen, doch wir tun alles dafür, den familiären Charakter in der Community beizubehalten, beispielsweise durch vermehrt stattfindende nationale und internationale Usergroups oder, ganz neu, auch Meetups. Niklas Dzösch als unser Developer Evangelist, dessen Aufgabe es quasi ist, die Familie zusammenzuhalten, und Moritz Naczienski als Community Manager machen da einen ganz fantastischen Job.

ShopDNS Redaktion: Herr Wiljo Krechting, wir danken Ihnen recht herzlich für das Interview und die Zeit und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute. Dankeschön.

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