[Gastbeitrag] Abmahnstudie des Händlerbundes

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Abmahnstudie zeigt: Kosten für Abmahnungen steigen 

 

Abmahnungen sind ein gravierendes Problem für Händler: Sie kosten nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch bares Geld. Eine Studie des Händlerbundes hat sich näher mit der Abmahnpraxis im deutschen Online-Handel befasst und zeigt unter anderem auf, dass sich die Kosten für Betroffene weiter erhöhen. Insgesamt sehen acht von zehn Händlern Abmahnungen als gleichbleibendes oder wachsendes Problem.

Knapp jeder vierte Händler (24 Prozent) war im vergangenen Jahr vom Thema Abmahnungen betroffen. – Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Händlerbund kürzlich unter 534 Online-Anbietern durchgeführt hat. Die Analyse zeigt außerdem, dass die Zahl der Abmahnungen, mit denen sich jeder Betroffene befassen muss, recht stark gesunken ist: Mit 84 Prozent erhielt ein Großteil der Abgemahnten nur einmal Post vom Abmahner. Während im Jahr 2015 insgesamt 29 Prozent der Händler zwischen zwei und vier Abmahnungen erhalten haben, waren es 2016 nur noch 16 Prozent.

Grundsätzlich ist das Abmahnproblem für 22 Prozent der Online-Händler gesunken. – Ein erfreuliches Fazit der Abmahnstudie. Diesem Wert steht jedoch eine Mehrheit gegenüber, für die das Problem entweder gleich geblieben (57 Prozent) oder gestiegen (21 Prozent) ist.

Wettbewerbsrecht im Fokus der Abmahner

Die Abmahnungen sind dabei nicht selten auf Verletzungen des Wettbewerbsrechts zurückzuführen: Mit mehr als 53 Prozent wurden diese von Händlern als häufigster Grund für die Probleme mit Abmahnern angegeben. Im Einzelnen führen vor allem fehlende oder fehlerhafte Angaben zur OS-Plattform, Grundpreisangaben oder auch Textilkennzeichnung die Liste der Abmahngründe an. Daneben sollten E-Commerce-Anbieter vor allem auch das Markenrecht im Blick behalten: Basierten im Jahr 2015 nur sieben Prozent der Abmahnungen auf Fehlern im markenrechtlichen Bereich, waren es 2016 schon zehn Prozent.

Wie sich im Rahmen der Abmahnstudie des Händlerbundes darüber hinaus zeigt, nehmen viele Online-Händler die Abmahnungen jedoch nicht mehr einfach so hin: Während beispielsweise 2015 noch 41 Prozent der Händler den geforderte Strafzahlungen nachkamen und nur sieben Prozent den Gang vor Gericht wagten, ließen sich 2016 nur noch 18 Prozent auf die Zahlung ein und 13 Prozent entschieden sich für ein gerichtliches Verfahren.

Abmahnungen: Die Kosten steigen

Die Bereitschaft, gerichtliche Schritte zu gehen, könnte womöglich auch mit den gestiegenen Kosten einhergegangen sein. Denn während der Anteil der Abmahnungen bis 2000 Euro im Vergleich mit dem Vorjahr gesunken ist, ist der Anteil der teuren Abmahnungen deutlich gestiegen: Nur vier Prozent der Abmahnungen aus dem Jahr 2015 waren mit Kosten in Höhe von 2001 bis 3000 Euro verbunden. 2016 hat sich diese Quote mehr als verdreifacht und liegt derzeit bei 14 Prozent.

Die Ergebnisse der Abmahnstudie hat der Händlerbund anschaulich in einer Infografik zusammengefasst. Die komplette Studie können Sie hier kostenlos einsehen.

Abmahnstudie des Händlerbundes: Abmahnungen werden immer teurer

Der Händlerbund hilft! Abmahnungen verursachen vielen Händlern einen enormen Mehraufwand bei der ohnehin schon komplexen rechtlichen Absicherung ihrer Internetpräsenzen. Der Händlerbund steht Online-Händlern bei juristischen Fragen als kompetenter Partner zur Seite. (Quelle: Händlerbund)

 


Abmahnstudie des Händlerbunds: Abmahnungen werden teurer.

Quelle: Händlerbund

Über die Autorin

Yvonne Bachmann ist als Rechtsanwältin für den Händlerbund tätig. Dort berät sie Online-Händler in Rechtsfragen und berichtet auf dem Infoportal OnlinehändlerNews regelmäßig zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce-Branche bewegen. Außerdem ist sie eine bundesweit gefragte Referentin, Interviewpartnerin und Gastautorin.

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