EU-Kommission schlägt neue Steuer für Internetriesen wie Facebook und Amazon vor.

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Neue Steuer für Amazon und Co

Der neue Vorschlag der EU-Kommission soll künftig digitale Großkonzerne wie Amazon häufiger zur Kasse bitten.

Gleich zweimal ist der Internet-Riese Facebook heute im Gespräch: Einerseits habe das Unternehmen um Internet-Milliardär Mark Zuckerberg unrechtmäßig Daten von über 50 Millionen Usern an die Datenanalysefirma Cambridge Analytica weiterverkauft, wie die öffentlich-rechtlichen Medien vergangenen Mittwochabend berichteten, andererseits gibt es Bestrebungen seitens der EU-Kommission, welche den Internetgiganten mit einer höheren Steuer belegen möchte.

Neben Unternehmen wie Facebook, Google oder Appel betreffe die neue Umsatzsteuer auch digitale Großkonzerne wie Amazon. Der neue Steuervorschlag ziele darauf ab, dass die Unternehmen in dem Land Steuern zahlen, in denen der Umsatz entsteht, berichtet das Magazin für politische Kultur „Cicero“ vergangenen Mittwoch. Die bisherige Regelung hätte verhindert, dass digitale Unternehmen, die in Europa tätig sind, mit angemessenen Abgaben belegt werden konnten, erklärt EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici in Brüssel.

Das Internetwarenhaus gründete 2003 und 2004 die Amazon Services Europe SARL, die Amazon Europe Holding Technologies SCS und die Amazon EU SARL mit dem Sitz in Luxemburg, um auf diese Weise inländische Ertragssteuerzahlungen zu vermeiden. Deswegen verwundert es nicht, dass gerade kleinere Mitgliedstaaten wie Luxemburg und Irland gegen das Vorhaben argumentieren. Doch sei es wichtig in diesem Kontext die langfristigen Interessen Europas zu stärken und nicht auf kurzweilige nationale Vorteile zu schauen, erklärt Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, gegenüber dem Magazin Cicero.

Dass der Onlinehandel maßgeblich von den großen Onlinemarktplätzen beeinflusst wird, zeigt auch eine kürzlich erschienene Studie der Shopware AG. Über 40% der befragten Shopbetreiber sehen große Marktplätze wie Amazon und eBay als die größte Herausforderung im modernen Onlinehandel an. Mehr zur Shopware Studie finden Sie hier.

Nachdem im November 2014 durch die sogenannten Luxemburg-Leaks bekannt wurde, dass Amazon seine steuerlichen Verhältnisse in Luxemburg optimiert habe, änderte das Unternehmen im Mai 2015 seine Steuerpolitik: Nach eigenen Angaben werden seitdem die im Inland erwirtschafteten Umsätze auch in Deutschland versteuert.

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