Tipps für die Checkout Optimierung

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Checkout Optimierung: Weniger Kaufabbrüche an der (digitalen) Kasse

 

Stellen Sie sich vor, Sie sind beim Einkaufen im Supermarkt und erledigen Ihren Wochenendeinkauf.  Oder Sie sind beim Shoppen in einem Modegeschäft und haben bereits Zeit investiert, um ein Outfit zusammenzustellen oder haben in einem Geschäft für Heimwerkerbedarf Werkzeug und Material für Renovierungsarbeiten zusammengesucht. Plötzlich überlegen Sie es sich anders, lassen den vollen Einkaufswagen bzw. -korb einfach an der Kasse stehen und verlassen geradewegs den Laden. Kommt eher selten vor im wirklichen Leben.
Beim Online-Shopping gehören solche Kaufabbrüche allerdings, insbesondere im Checkout-Prozess, zur Tagesordnung. Eine Abbruchquote von 40 Prozent, bei manchen Shops auch deutlich höher, ist durchaus normal. Die Gründe für einen Bestellabbruch können vielseitig sein, am häufigsten liegen sie im Bereich Payment und Versand. Die meisten Abbrüche resultieren daraus, dass Kunden erst beim Checkout von den Versandkosten erfahren (57 %), nicht die gewünschte Zahlmethode angeboten wird (53 %) oder die Versanddauer zu hoch ist (24 %). Ebenfalls abschreckend ist für zahlreiche Onlineshopper die Notwendigkeit, ein weiteres Kundenkonto anzulegen (39 %), wenn die Dauer des Checkouts die eigene Geduld überstrapaziert (23 %) oder der Shop nicht vertrauenswürdig erscheint (21 %).*

Praxistipps für die Checkout Optimierung

Beim Checkout muss also in noch größerem Maße auf Usability geachtet werden. Übersichtlichkeit und Strukturierung, Transparenz von wichtigen Informationen und gute Benutzerführung sind das A und O. Was Sie konkret machen können, um den Checkout in Ihrem Shop zu verbessern zeigen wir Ihnen im Folgenden.

  • Sorgfältig analysieren:
    Wichtige Daten aus dem Shop sollten Sie ohnehin permanent beobachten und auswerten. Jeder einzelne Kaufabbruch enthält wichtige Informationen, die dabei helfen können, Mängel im Checkout zu identifizieren und zu verbessern. Ist der Kunde bereits registriert oder handelt es sich um einen Neukunden? Führt der Kunde seinen Einkauf von einem Computer oder von einem mobilen Endgerät aus? An welchem Punkt genau erfolgt der Abbruch (z.B. bei der Auswahl der Bezahlmethode oder bei der Einrichtung eines Kundenkontos)?

 

  • Registrierungsprozess möglichst einfach gestalten:
    Wer nicht bereits ein Kundenkonto hat, muss sich als Neukunde in der Regel erst einmal registrieren. Dies ist ein kritischer Punkt, da es den Kunden Zeit kostet und die Angabe sensibler Daten erfordert. Um den Prozess zu beschleunigen können Sie beispielsweise eine Auto Complete Funktion integrieren, die falls der Kunde es wünscht seine Adressdaten automatisch ergänzt. Ebenfalls praktisch ist eine sogenannte Inline Validierung, die dem Kunden sofort anzeigt, ob eine Eingabe angenommen wird und nicht erst dann nachdem er das gesamte Formular ausgefüllt und abgeschickt hat. Auch bei der Wahl des Passworts können Sie den Kunden direkt darüber informieren, welche Sonderzeichen etc. Bestandteil des Passwortes sein müssen. Das spart Zeit bei der Registrierung und der Kunde muss das Formular nicht mehrmals ausfüllen und abschicken, bis es akzeptiert wird.
    Zudem empfiehlt es sich, Ihren Kunden darüber zu informieren warum er bestimmte Angaben machen soll. Zum Beispiel, wenn das Geburtsdatum angegeben werden muss oder eine Telefonnummer, so können Sie den Kunden mit einem kurzen Satz daneben aufklären, dass das Geburtsdatum zur Altersüberprüfung oder die Telefonnummer zur Abstimmung am Tag der Lieferung benötigt wird.
    Wie bereits erwähnt ist es für einige Kunden das Anlegen eines Kundenkontos generell ein Grund, den Einkauf abzubrechen. Daher sollten Sie als Shopbetreiber immer auch die Möglichkeit anbieten, Gastbestellungen durchzuführen.
Tipps und Tricks zur Checkout Optimierung

Verschiedene Plugins ermöglichen die Inline-Validierung, wie zum Beispiel hier das Plugin Validierung der Registrierungsfelder von Dreischild. Bei Angaben die nicht den Anforderungen entsprechen, bekommt der Kunde sofort eine Fehlermeldung angezeigt. (Quelle: Screenshot Shopware Community Store).

 

  • Zeit sparen beim Checkout:
    Der Checkout Prozess sollte möglichst kurz und unkompliziert gestaltet werden, sodass der Kunde diesen zügig durchlaufen kann. Überlegen Sie welche Schritte notwendig sind und welche Sie aus dem Checkout entfernen könnten. Fragen Sie zudem keine für die Lieferung irrelevanten Daten ab, wie beispielsweise das Bundesland, und halten Sie Auswahllisten klein. Das heißt, wenn Sie beispielsweise eine Auswahlliste für das Land integriert haben, verwenden Sie nur die Länder, in die Sie auch liefern.

 

  • Versand und Payment:
    Vor allem diesem Bereich sollten Sie viel Aufmerksamkeit widmen und Ihren Kunden transparent und umfangreich informieren, vor allem wenn durch bestimmte Zahlungs- und Versandarten zusätzliche Kosten entstehen. Für eine übersichtliche Darstellung empfiehlt es sich zudem, Icons zu verwenden. Diese sind entweder bereits im Template enthalten oder können per Plugin zusätzlich hinzugefügt werden.
    Die Versanddauer eines Artikels sollte man deutlich ausweisen, insbesondere wenn es auf Grund von Urlaub oder besonders vielen Bestellungen zu Verzögerungen bei der Lieferung kommt.
    Beim Payment ist es sehr wichtig, möglichst viele Optionen anzubieten. Die gängigsten sind Lastschrift, Kreditkarte, PayPal, Sofort Überweisung sowie Rechnungskauf. Vor allem Rechnungskauf ist in Deutschland nach wie vor eine sehr beliebte Zahlungsmethode. Das nicht-Vorhandensein der bevorzugten Bezahlart ist für viele Kunden ein Grund, den Einkauf abzubrechen und bei Konkurrenz zu tätigen. Ein großes Angebot an Bezahlarten ist natürlich auch mit Kosten verbunden. Wägen Sie daher gut ab, welche Bezahlarten für Ihren Shop sinnvoll sind und werten Sie regelmäßig aus, welche wenig bis gar nicht genutzt werden und streichen Sie diese dann.
    Unter Umständen kann es auch von Vorteil sein, mit mehreren Versanddienstleistern zusammen zu arbeiten und dem Kunden die Auswahl seines bevorzugten Versandunternehmens zu überlassen.

 

  • Vertrauen:
    Damit Ihr Shop für Ihre Kunden und insbesondere für Neukunden vertrauenswürdig ist, sollten Sie darauf achten, alle wichtigen Informationen auch im Checkout übersichtlich, gut auffindbar und leicht verständlich bereitzustellen. Beachten Sie zudem, ob Sie alle gesetzlichen Vorgaben und Informationspflichten einhalten. Wichtige Mittel zur Vertrauenssteigerung sind zudem Gütesiegel und Kundenbewertungen. Diese sichtbar im Checkout zu platzieren kann den Kunden überzeugen, dass es sich um einen seriösen Shop handelt und seine Bestellung sicher ankommen wird.

 

One-Page Checkout oder Step-by-Step?

 

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Arten, den Checkout zu gestalten. Welche am besten passt, unterscheidet sich von Shop zu Shop und Beide haben einige Vor- und Nachteile.

  • Beim OnePage Checkout befindet sich der gesamte Checkout auf einer Seite. Der Kunde muss nicht mehrere Schritte im Bestellprozess durchlaufen, ohne genau zu wissen wie viele noch folgen, sondern sieht alle notwendigen Schritte auf einen Blick. Das spart dem Kunden Zeit bei der Anmeldung und der finalen Überprüfung der Bestellung. Nachteilig ist jedoch, dass manche Kunden sich von der Checkout-Seite und der Fülle an Informationen auch überfordert fühlen könnten.
    Mit dem Plugin One Page Checkout Premium von Proxation oder One Page Checkout Advanced von PremSoft können Sie den Checkout Prozess in Ihrem Shop auf einer einzigen Seite zusammenfassen.
Tipps und Tricks zur Checkout Optimierung

Alle Schritte des Checkouts auf einer Seite zusammengefasst: So sieht der One-Page Checkout mit dem Plugin von Proxation aus. (Quelle: Shopware Community Store)

  • Beim schrittweisen Checkout, wie auch im Shopware Standard eingestellt, muss der Kunde jeden einzelnen Schritt auf jeweils einer neuen Seite durchlaufen. Das dauert etwas länger, kann aber unter Umständen übersichtlicher sein, da man die Menge der angezeigten Informationen jeweils auf die für diesen Bereich wichtigen reduzieren kann. Wichtig ist beim schrittweisen Checkout, dass man dem Kunden anhand eines Balkens oder Ähnlichem über den Fortschritt informiert. Der Kunde sollte genau wissen, wie viele Schritte noch bis zum Abschluss der Bestellung fehlen.
    Mit Step-by-Step Checkout von Crehler erhalten Sie für Ihren Checkout Prozess unter anderem genau diese Funktion.
Tipps und Tricks zur Checkout Optimierung

Wenn man den Checkout in mehreren Schritten umsetzt, ist es hilfreich dem Kunden eine Übersicht anzubieten, an der erkennbar ist wo im Checkout Prozess man sich gerade befindet. (Quelle: Screenshot Shopware Community Store).

Weitere praktische Plugins aus dem Community Store

 

Mit 140 € zwar eine etwas größere Investition, lohnt sich aber trotzdem für alle Shopbetreiber, die den Checkout für ihre Kunden beschleunigen wollen. Das Plugin erleichtert dem Kunden das Ausfüllen von Formularen und verringert die Fehlerquote bei der Dateneingabe. Mehr als 250 Downloads sowie zahlreiche gute Bewertungen sprechen zudem für die Qualität des Plugins.

Im Shopware Standard werden nur die Felder für E-Mail Adresse und Passwort direkt überprüft. Mit diesem Plugin wird die Inline Validierung auf alle Felder bei der Registrierung erweitert. Im Backend kann für jedes Feld bestimmt werden, welcher Eintrag zulässig ist und welche Fehlermeldung angezeigt wird, wenn der Kunde etwas Anderes eingibt.

Bei diesen beiden Plugins von DDK Media handelt es sich um recht günstige, kleinere Layout-Verbesserungen. Auch wenn diese keine komplexe Funktionserweiterungen bieten, können diese Plugins dabei helfen, oben angesprochene Probleme zu beheben und alle wichtigen Informationen zum Versand transparent und übersichtlich zu kommunizieren.

Mit diesen Tipps und Funktionserweiterungen können Sie Ihren Shop optimieren und die Kaufabbruchrate im Checkout senken.
Weiterführende Infos zum Thema Checkout Optimierung bieten dieses Trusted Shops Whitepaper sowie dieses Research Paper von artiga und ibi Research.

*Zahlen übernommen von Seokratie

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